Überwachung von Kindern mit Peilsendern;
Verantwortung für Kinder versus Vertrauen auf Software

Ein geplantes Modellprojekt zur Überwachung von Grundschulkindern per App, wie in Wolfsburg vorgesehen, wird vom Vorsitzenden des Landeselternrates, Mike Finke, kritisch gesehen.

„Dieser vermeintliche Schritt in eine suggerierte sichere Zukunft sollte nicht nur bei Datenschützern für Kritik sorgen.“, so Finke in seiner ersten Reaktion.

„Eine Überwachung per Peilsender im Schulranzen kann nur eines verbindlich aufzeigen - einen Schulranzen, der sich in Bewegung befinde“, so Finke weiter. „Eltern bringen ihre Kinder nicht nur allein aus verkehrstechnischen Gründen selbst zur Schule, sondern um die Sicherheit insgesamt auf dem Schulweg im Blick zu haben.

Welche zielführenden Handlungsoptionen sollen Eltern letztlich haben, die von zu Hause oder unterwegs ihr Kind via Peilsender verfolgen? Im Notfall bleibt fraglich, ob Eltern sofort eingreifen oder direkt handeln.“

Keine Garantie gebe es auch für die Verarbeitung von Daten. Für die Peilung wird eine gewisse Zuordnung von Nöten sein, diese führt unweigerlich zu Rückschlüssen auf eine jeweilige Person.

Die Unterstützung der App-Funktionen über Google-Maps lasse ebenfalls darauf schließen, dass Daten nicht nur im Moment der Nutzung präsent sind.

Mit dieser App ein eventuelles Frühwarnsystem für Autofahrer zu schaffen, um auf Schulkinder aufmerksam zu machen, klinge im ersten Moment positiv, werde aber letztlich dazu führen, dass Fahrzeugführer sich ihrer Verantwortung zum Führen eines Fahrzeuges entledigen, da man sich auf das Funktionieren einer App verlassen.

„Digitalisierung ist in vielen Lebensbereichen eine Erleichterung und Unterstützung, sie darf aber nicht dazu führen, dass wir uns von der Verantwortung unseres Handelns befreien“, so Finke abschließend.

24.01.2018



 


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