Parteipolitisches Resümee zur Bildung - Landtagssitzung am 20.09.2017;
Quo vadis Niedersachsen?

Die von den einzelnen Fraktionen in der Sitzung des Niedersächsischen Landtages am 20.09.2017 gezogenen Bildungsbilanzen machten deutlich, dass erneut Änderungen auf das niedersächsische Schulsystem zukommen. „Man kann nur an die Parteien appellieren, keinen Neustart in der Bildungspolitik zu initialisieren“, so Mike Finke, Vorsitzender des Landeselternrates Niedersachsen. „Mit jedem Start in eine neue Legislaturperiode scheint sich das gesamte Schulsystem in Niedersachsen mindestens einmal um die eigene Achse zu drehen.“

Aus Sicht von Finke benötigt Niedersachsen vielmehr eine, mit allen in Verantwortung Handelnden, auf Konsens ausgerichtete und zielführende Gestaltung des Bildungsangebotes, einschließlich der mittelbaren Strukturen.

Zitierte „mobile Hühnerställe“ oder Tierhaltung an sich haben aus Sicht von Finke gegenüber Schule einen sehr entscheidenden Vorteil: Platz oder Raumbedarf sind in entsprechenden Rechtsnormen geregelt. „Für Schulen in Niedersachsen gibt es lediglich zarte Hinweise und Empfehlungen. Da verwundert es nicht, dass es über eine Barrierefreiheit keine Einigkeit gibt“, führt Finke aus. Eben genau diese Barrierefreiheit, die den Zugang zum inklusiv arbeitenden System Schule erschwert oder gar verhindert.

Die Forderung einiger Eltern nach der Rückkehr der Förderschule Lernen ist vorrangig dem Umstand geschuldet, dass Eltern an manchen Schulen eine unzureichende Förderung ihrer Kinder wahrnehmen, denn die derzeitigen Bedingungen an Regelschulen sind für Inklusion unzureichend und daher mancherorts nicht umsetzbar.

„Eltern haben oftmals die Wahrnehmung, dass Kinder mit Beeinträchtigung an mancher allgemeinbildenden Schule nicht gewollt sind“, erklärt Finke. „Die zum Teil nur schwerfällige Umsetzung der inklusiven Schule lässt insbesondere bei betroffenen Eltern den Verdacht aufkommen, dass Verzögerungen von Verantwortlichen bewusst auch in Kauf genommen werden, um demotivierend oder auch entmutigend zu wirken.“

Den parteipolitischen Verantwortlichen könne man nur empfehlen damit zu beginnen, die Sorgen und Befürchtungen ernst zu nehmen, darauf zu reagieren und die nötigen Grundlagen zur vielfältigen Umsetzung der Inklusion zu schaffen. In Niedersachsen gibt es bereits zahlreiche funktionierende Individuallösungen, die aber nicht der Zufälligkeit geschuldet bleiben dürfen.

„Nicht nur mit Blick auf Inklusion gilt der Satz: ‚Ein Jeder hat Stärken und Schwächen‘, sondern insgesamt für unsere Gesellschaft“, so Finke. „Vorgenanntes darf nicht der Arroganz der Macht zum Opfer fallen!“ Er rät an, in den Dialog zu treten für eine qualitativ hochwertige Bildung in Niedersachen, die Fachkräfte zutage fördert, die auf diesem soliden Fundament ihre berufliche Laufbahn aufbauen können.

Der Landeselternrat in Niedersachsen ist das Gremium, das die Mitwirkungsrechte der Eltern in Niedersachsen wahrnimmt und hat als Aufgabe, im Interesse der Kinder, der Zukunft dieses Landes, Bildung mitzugestalten. Er vertritt die Erziehungsberechtigten von über 1,1 Mio. Schülerinnen und Schülern in Niedersachsen.

22.09.2017

 


Landeselternrat@mk.niedersachsen.de Impressum Druckversion dieser Seite