Schlechte Unterrichtsversorgung besorgniserregend

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Priorität für die Erteilung von Pflichtunterricht
Qualität von Unterricht wichtiger als Zahlen

Gemeinsame Presseerklärung von Landeselternrat und Philologenverband vom 31.08.2017

Nach einem intensiven Gedankenaustausch haben sich der Landeselternrat und der Philologenverband in einer gemeinsamen Presseerklärung besorgt über die derzeitige Situation an unseren Schulen gezeigt und die Bedeutung einer qualitativ hochwertigen Bildung für unsere Schülerinnen und Schüler hervorgehoben. Insbesondere der diesjährige Schuljahresanfang mit den umfangreichen Abordnungen von Gymnasiallehrern an Grundschulen und der schlechten Unterrichtsversorgung sei besorgniserregend.

In dem Gespräch, an dem neben dem neuen Vorsitzenden des Landeselternrates Mike Finke und dem Vorsitzenden des Philologenverbandes Horst Audritz weitere Vertreter teilnahmen, herrschte auf beiden Seiten Unverständnis über die kurzfristig oft erst nach Unterrichtsbeginn erfolgten Abordnungen, die sowohl für die abgebenden als auch für die aufnehmenden Schulen zu großen Schwierigkeiten geführt hätten. Die Abordnungen seien rein nach statistischen Zahlen vorgenommen worden, die zudem auch immer wieder fehlerhaft gewesen seien.

„Qualität von Unterricht ist aber wichtiger als Zahlen“, unterstrich Mike Finke für den Landeselternrat. Die reinen statistischen Zahlen würden nur zum Teil etwas über die tatsächlichen Bedürfnisse und Notwendigkeiten an den Schulen aussagen. Dies konnte auch Horst Audritz bestätigen: „Wegen der Abordnungen aufgrund statistischer Werte muss an vielen Gymnasien der Unterricht gekürzt werden oder fällt ganz aus, während gleichzeitig an aufnehmenden Schulen die abgeordneten Gymnasiallehrer oft als zweite Lehrkraft im Unterricht oder auch völlig fachfremd eingesetzt werden.“ Eine solche Situation müsse für die Zukunft unbedingt verhindert werden.

Beide Vorsitzenden forderten eine vorausschauende Personalplanung. Wichtig sei die Sicherung der Unterrichtsversorgung, wobei der Erteilung des Pflichtunterrichts absolute Priorität einzuräumen sei. Es sei nicht hinzunehmen, dass schon jetzt zu Beginn des Schuljahres bereits wieder Tausende von Unterrichtsstunden ausgefallen seien. Finke verwies dabei auf das von einer Mutter eingerichtete Portal www.fehlstunden-nds.de, auf dem Eltern, Schüler und Lehrer ausgefallene Stunden eintragen könnten.

„Unterrichtsausfall bedeutet“, so Finke, „verringerte Lernzeit für Schülerinnen und Schüler bei gleichen Anforderungen und gleichen zu erbringenden Leistungen. Das können und wollen wir Eltern nicht hinnehmen!“ Beide Vorsitzenden forderten von der Politik umgehende Maßnahmen, um diese Missstände zu beseitigen.

 


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