Elternarbeit in Schule

Ehrenamt unverzichtbar für eine Gesellschaft

Ein neues Schuljahr hat begonnen und wie zu jedem Schuljahresbeginn stehen in den nächsten Tagen und Wochen die Wahlversammlungen an, um die Elternvertreter an Schule zu wählen. Für viele ist es eine Selbstverständlichkeit, dass es Elternvertreter gibt, die die Elternrechte wahrnehmen. Dank unseres Grundgesetzes ist es zunächst für heutige Generationen Normalität, dass Pflege und Erziehung der Kinder das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht sind.

Die Wahrnehmung von Elternrechten in Schule ist allerdings alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

Denn: Mit Elternrecht ist nicht allein das individuelle Recht gemeint, das sich aus dem natürlichen Eltern-Kind-Verhältnis ergibt. Elternrecht ist gleichsam als kollektives Recht zu sehen, das durch Elternvertretungen wahrgenommen wird. Und auch wenn Elternvertretungen in Schulen nach dem Zweiten Weltkrieg per Erlasse legitimiert wurden, gibt es z. B. den Landeselternrat Niedersachsen erst seit 1970 durch gesetzliche Bestimmung.

Noch weniger als Selbstverständlichkeit ist zu sehen, dass Eltern dieses kollektive Elternrecht der Mitwirkung auch aktiv wahrnehmen, um die Interessen der Kinder zu vertreten, denn Elternvertreter engagieren sich ehrenamtlich. Ehrenamt bedeutet unentgeltliches Engagement für die Allgemeinheit, für die Gesellschaft. Ohne Ehrenamt in all seinen Facetten kann aber Gesellschaft nicht funktionieren; gänzlich ohne Ehrenamt müsste der Staat handeln, was der Balance zwischen Eigenverantwortung, Sozialstaat und Gesellschaft erheblichen Schaden zufügen würde.

Die gesetzlich zugesicherten Mitwirkungsrechte können nur greifen, wenn es Eltern gibt, die sich im Rahmen dieses besonderen Ehrenamtes engagieren, um darauf zu achten, dass schulpolitisch wichtige Entscheidungen auch mit Blick auf das Wohl aller Kinder ausgerichtet werden. Ein jedes Elternteil sollte sich daher aktuell die Frage stellen, ob es ihm nicht möglich erscheint, die Elternvertretung aktiv zu unterstützen.

Der Landeselternrat führt auf seiner Website eine Liste von „Elterntrainern“, welche in ganz Niedersachen aktiv sind. Diese sind zertifiziert in der Schulung von Eltern in den Bereichen wie Schulvorstandsarbeit, Rechte & Pflichten in der Mitwirkung von Eltern, ebenso erläutern diese auch die Grundlagen des schulischen Miteinanders. Aus den durchgeführten Schulungen folgt unter anderem das Resümee, dass es zu einem größeren Verständnis zwischen Eltern und Lehrern kommt, wenn erkannt wird wer, was, warum tut.

„Ich würde mich freuen, wenn Eltern stärker die Möglichkeit der Mitwirkung in Schule wahrnehmen“, so Mike Finke, Vorsitzender des Landeselternrates Niedersachsen. „Ehrenamt bedeutet zweifelsfrei zusätzliche Arbeit. Der Aspekt, zum Gelingen des Bildungsganges unserer Kinder beitragen zu können, sollte bei der zu treffenden Entscheidung, sich zu engagieren, aber überwiegen.“

» Liste der Elterntrainer für Basisschulungen

24.08.2017

 


Landeselternrat@mk.niedersachsen.de Impressum Druckversion dieser Seite