Schuljahresbeginn 2017/2018
„Handeln statt Tadeln“

Pressemitteilung vom 03.08.2017

Der Landeselternrat wünscht allen niedersächsischen Schülerinnen und Schülern, aber auch den Lehrerinnen und Lehrern einen „guten“ Start in das Schuljahr 2017/18. Für viele Kinder ist die bevorstehende Einschulung der Beginn ihrer Bildungsbiographie. Für Eltern aller Schülerinnen und Schüler stellte sich bis vor kurzem die Frage, wie Biographien ihrer Kinder ge- bzw. fortgeschrieben werden und welche Aussichten der Schulbesuch bereithält.

Und die ersten Antworten scheinen die traditionellen Pressemitteilungen der an Bildung Beteiligten zum Schuljahresbeginn mit einem gemeinsamen Fazit verkünden zu wollen: keine rosige Unterrichtsversorgung, geschildert in den schillerndsten Farben. Man kann sich aber nicht des Eindrucks erwehren, dass es vorrangig darum geht, „den“ Schuldigen zu finden; in der Betrachtung verloren geht das Wichtigste: die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, denen gegenüber der Bildungsauftrag nur suboptimal erfüllt wird.

Die aber in der Tat optimierungsbedürftige Unterrichtsversorgung ist kein erst zum Schuljahresbeginn entstandenes Problem, sondern ist ein Prozess, der seinen Ursprung im Handeln vergangener Jahre findet. Das Problem ist infolgedessen auch allen bildungspolitischen Verantwortlichen bekannt.

Um „gute Bildung“ in Niedersachsen aufrecht zu erhalten oder gar auszubauen und höchsten Ansprüchen gerecht werden zu wollen, müssen daher zum Wohle der Schülerinnen und Schüler kurz- bis mittelfristige Lösungen erarbeitet werden, und zwar in gemeinsamer Verantwortung und dies nicht erst im Januar nach der Wahl, sondern jetzt. „Abordnungen von Gymnasiallehrkräften an Grundschulen bringen sicher statistisch bessere Zahlen, aber der inhaltliche Nutzen bleibt fraglich“, so Mike Finke, Vorsitzender des Landeselternrates. „Zu befürchten bleibt, dass die Pädagogik gegenüber der methodischen und didaktischen Arbeit zurückstehen wird. Auch spricht der Grundsatzerlass zum Gymnasium von ‚wissenschaftspropädeutischem‘ Arbeiten – in der Grundschule sicher aber fehlplatziert. Die sich für mich aufdrängende Frage: Schwimmen wir nicht in die nächste Welle der Überforderung, wenn Studienräte sich über das Wochenende per Fortbildungen in Grundschulpädagogik stürzen müssen?“

Der Landeselternrat Niedersachen appelliert daher an Politiker, Gewerkschaften, Verbandsmitglieder, Lehrkräfte, gemeinsam an von allen tragbaren Lösungen zu arbeiten und einen Konsens zu finden. „Wenn die Schülerinnen und Schüler von heute die Träger der Zukunft unseres Landes sein sollen, sind alle in der Pflicht, ihnen diesen Weg zu ebnen, um die an sie gestellten Erwartungen erfüllen zu können.

 


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