Online-Befragung „Mehr Zeit für Gute Schule“ und Unterrichtsversorgung

Pressemitteilung vom 02.03.2016

Unterrichtsversorgung und Schulqualität - zwei Themen, die den Landeselternrat schon seit Jahren begleiten und die immer ganz oben auf der Tagesordnung stehen. Beide Themen sind so eng miteinander verknüpft, dass man sie nicht voneinander trennen kann.

Die von der Landesregierung auf den Weg gebrachte Online-Befragung der Lehrkräfte mit dem Titel „Mehr Zeit für Gute Schule“ soll nun Klarheit über die Arbeitsbelastung der Kollegien bringen.

Gute Schule - was ist das? Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung lassen sich nur durch permanente Evaluation der eigenen Arbeit erreichen. Was in den meisten Betrieben längst zum professionellen Alltag gehört, stößt in einigen Schulen immer noch auf Ablehnung, wie die Stellungnahmen der GEW und des Philologenverbandes zeigen. Die Fortschreibung von Lehrplänen und Konzepten wird hier als „arbeitsaufwändiger Unsinn“ bezeichnet. Vergleichsarbeiten und Schulinspektionen mit anschließenden Zielvereinbarungen sollen abgeschafft werden. Instrumente zur Entwicklung und Überprüfung der Qualität der eigenen Arbeit werden in Frage gestellt.

Eine durchschnittliche Unterrichtsversorgung von 99,5 % hilft sicherlich nicht dabei, die Akzeptanz für vermeintlich unnötige Aufgaben zu steigern.
Der Landeselternrat fordert seit Jahren eine Lehrerversorgung von 105 %, um auch Unterrichtsausfälle kompensieren zu können. „Um dieses Ziel zu erreichen, muss es zwingend eine strukturierte Personalentwicklungsplanung geben“, führt der Vorsitzende des Landeselternrates Stefan Bredehöft aus. „Ein weiterer Baustein wäre eine verbindliche Schulentwicklungsplanung der Schulträger mit verlässlichen, aktuellen Zahlen!“

Der Landeselternrat ist davon überzeugt, dass die tatsächliche Arbeitszeitbelastung der Lehrkräfte nur durch eine externe, unabhängige Erhebung ermittelt werden kann. Die Forderung nach der Durchsetzung der gesetzlich festgelegten 40-Stunden-Woche für die Lehrkräfte könnte durch eine Präsenzpflicht der Lehrerinnen und Lehrer am Arbeitsplatz gelöst werden. Hier wären die Schulträger aufgerufen, adäquate Arbeitsplätze in den Schulen einzurichten.

Viele Schulen haben es bereits erkannt: Auch die Mitarbeit der Eltern kann Entlastung bedeuten. Bei zunehmend etablierten Ganztagsbetrieben ist Schule nicht nur Lernort, sondern auch Lebensraum für die Schülerinnen und Schüler. Das Erziehungsrecht der Eltern muss durch entsprechende Angebote und enge Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule ergänzt werden. Die Öffnung der Schulen nach außen, hin zu Kooperationspartnern, Betrieben und selbstverständlich Eltern, ist bereits an vielen Schulen eine positiv gelebte Realität. Sie wird an diesen Schulen als große Unterstützung und Bereicherung erlebt, entlang der gegebenen gesellschaftlichen Entwicklung.

Fazit:
Die derzeitige durchschnittliche Unterrichtsversorgung von 99,5 % an den allgemeinbildenden Schulen und von unter 90 % an den berufsbildenden Schulen ist nicht akzeptabel. Doch gleichwohl müssen Qualitätsentwicklung und -sicherung zur Selbstverständlichkeit werden. Der Bildungsauftrag muss fortlaufend an die sich verändernden gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst werden.

Für Rückfragen steht Herr Bredehöft gern zur Verfügung, Tel.: 0174 76 54 624.

 


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